Das Gewicht in der Nato wurde verschoben

Sollte die deutsche Außenpolitik vorranging die kollektiven Interessen der EU und der NATO vertreten oder eigenständig Schwerpunkte setzen?
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Staber
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Das Gewicht in der Nato wurde verschoben

Beitrag von Staber »

Warum Frankreich und Deutschland zusammengehen müssen, um europäische Interessen zu vertreten. Interview mit Oskar Lafontaine über den Ukraine-Krieg, geopolitische Interessen, Informationskrieg und das geschwundene Mitgefühl.
Aus telepolis

https://www.telepolis.de/features/Das-G ... ?seite=all
Moin!

EU, Europa und NATO sind nicht deckungsgleich.
Es wäre Oskar Lafontaine also egal, wenn Russland auch noch Moldawien, Georgien und Finnland erobert?
Diese Länder sind nicht in der NATO und Finnland ist in der EU.
Was ist mit Ex-Jugoslawien, wenn Russland Serbien aufrüstet und zum Krieg animiert?
Eine Träne zu trocknen ist ehrenvoller als Ströme von Blut zu vergießen.
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AlexRE
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Re: Das Gewicht in der Nato wurde verschoben

Beitrag von AlexRE »

Das sehe ich ähnlich. Ich bin auch nicht der Meinung, dass das Aufgeben der Ukraine automatisch eine Aggression Russlands gegen Nato - Gebiet nach sich ziehen würde. Es gibt aber noch viele Gefahrenherde außerhalb der Nato und das Ende der Ukraine wäre auch das Ende des Atomwaffensperrvertrages und jeder Art von Rüstungsbeschränkung weltweit.
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Ich trete überall, wo das notwendig ist, der Meinung entgegen, der Umstand, dass die Diktatur zu allem fähig war, berechtige dazu, die Demokratie zu allem unfähig zu machen.
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Staber
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Braucht Europa eine eigene Armee ?

Beitrag von Staber »

Moin!
Heikles Thema!
Braucht Europa eine eigene Armee und Deutschland Atomwaffen?
Brigadegeneral Frank Pieper von der Führungsakademie der Bundeswehr fordert deutsche Atomwaffen, die CDU diskutiert über einen europäischen Nuklearschirm. Öffnet sich die Büchse der Pandora? Als ob Russland warten würde, bis Deutschland Atomwaffen hätte. :roll:
Was für Träume hier geträumt werden.
Also einfach mal gedacht, ein paar strategische Atomwaffen, je Multimegatonnen mit FOBS-Delivery beschaffen und dem Putin und solchen Despoten sagen: Ein Soldatenfuß von euch Nullpen auf Natoboden und Moskau, St. Petersburg und die Privatresidenzen (anzupassen je Despot) sind ne Glasbodenwüste. Dann sagt der Despot: Das gleiche gilt im Gegenzug für Berlin, Hamburg, Frankfurt und München. Dann sind sich alle einig und es gibt nur noch Krieg in Afrika und Bürgerkriege. Fertig.
Statt BW braucht man dann nur noch ein paar strategische Raketenstreitkräfte, Polizei und THW. ( Ironie aus )







https://www.derpragmaticus.com/r/europa ... atomwaffen
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AlexRE
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Re: Braucht Europa eine eigene Armee ?

Beitrag von AlexRE »

Nachdem der Irak und die Ukraine als Folge ihres Verzichts auf Massenvernichtungswaffen von Atommächten überfallen wurden, muss man sich schon sehr gut überlegen, ob nicht eine multinationale Atomstreitmacht der bisherigen europäischen Verzichtsländer des Atomwaffensperrvertrags sinnvoll wäre.

Übrigens: Wenn man die USA nicht mehr als zuverlässigen Partner Europas betrachten könnte, gäbe es faktisch nur noch eine europäische Atommacht, nämlich Frankreich. Die britische Nuklearbewaffnung ist hoffnungslos von den USA abhängig:

https://www.augsburger-allgemeine.de/po ... -106666716
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Re: Das Gewicht in der Nato wurde verschoben

Beitrag von maxikatze »

Wird das Gewicht in der Nato verschoben, wenn eine EU-Armee aufgebaut werden sollte?

Wie relevant wäre dann noch die NATO für Europa?

Sind das die ersten Auflösungserscheinungen des Verteidigungsbündnisses, wenn sich USA nicht mehr an die Regeln halten und ohne UNO-Mandat sich Grönland einverleiben will? Wird als nächstes Ziel Kanada angepeilt?

Wird es dann auch zahlreiche Sanktionspakete diesmal gegen die USA geben?
"Wenn die Regierung das Volk fürchtet, herrscht Freiheit.
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Re: Braucht Europa eine eigene Armee ?

Beitrag von maxikatze »

Ich werde das Thema dorthin viewtopic.php?p=146259#p146259 verschieben, wenn keine Einwände bestehen.
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Re: Das Gewicht in der Nato wurde verschoben

Beitrag von AlexRE »

Kanada würde Teil eines europäischen Bündnisses, das sich gegen die USA richtet. Und es würde selbstverständlich Sanktionen gegen die USA geben, Europa und Kanada, ggfs. ergänzt durch Australien, haben viel mehr volkswirtschaftliche Substanz als die USA. Trump ist einfach nur ein Loser.
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Re: Das Gewicht in der Nato wurde verschoben

Beitrag von AlexRE »

In Kanada wird öffentlich diskutiert, wie man dort auf eine US - amerikanische Invasion reagieren könnte:
(...)

Demnach wolle man sich in so einem Fall auf Taktiken verlegen, mit denen sich afghanische Mudjahedin-Kämpfer der sowjetischen Invasion – und später auch unter anderem kanadischen Nato-Truppen – entgegenstellten.

(...)
https://www.morgenpost.de/politik/artic ... durch.html

Ein Guerilla - Krieg wie in Afghanistan wäre wohl tatsächlich die einig mögliche Form des Widerstands. Das gilt allerdings auch für die USA selbst, falls dort kommende Wahlen ausgesetzt werden sollten. Die Väter der US - Verfassung haben nämlich das extrem liberale Waffenrecht nicht in die Verfassung geschrieben, damit Besoffene in Saloons rumballern und Irre in Schulen morden können.

Die wollten, dass ein möglicher Putsch von oben auf ein bewaffnetes Volk trifft.
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Re: Das Gewicht in der Nato wurde verschoben

Beitrag von maxikatze »

O-Ton Trump:
„Das Problem mit der Nato ist jedoch, dass wir zu 100 Prozent für sie da sein werden, aber ich bin mir nicht sicher, ob sie für uns da sein werden, wenn wir sie rufen“
https://www.welt.de/politik/ausland/art ... nland.html

Bin immer noch der Meinung, dass wir uns auf keine Konfrontation mit den USA einlassen sollten. Aber unsere eigenen Interessen zu vertreten, gehört auch dazu. Haben wir überhaupt noch eigene Interessen, die wir dann auch vorrangig behandeln? Die wichtigsten Probleme im eigenen Haus schütten wir doch seit 10 Jahren mit linker Propaganda zu.

Die Nato ist nur dann stark, wenn alle Nato-Partner zusammenhalten. Sonst fliegt uns der Laden auseinander. Weil ich meine Zweifel habe, dass die EU jemals militärisch so stark sein werden, wie die USA.

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