
Daniela Niederberger

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Das Ampelmännchen ist frauenfeindlich. Deshalb gibt es in einigen deutschen Städten die Ampelfrau. Die evangelische Kirche in Deutschland möchte nur noch ein Klo, weil so die veraltete Festlegung auf zwei Geschlechter vermieden wird und damit sich Intersexuelle nicht ausgeschlossen fühlen. Und Kinder sollen schon in der Primarschule über sexuelle Vielfalt unterrichtet werden.
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«Weshalb müssen Sie sich damit befassen?», fragte sie als Erstes in den Saal. «Weil Sie darum nicht herumkommen, wenn Sie Kinder haben. Und wenn es Sie nicht interessiert, müssen Sie immerhin dafür zahlen.» Denn bald jede Universität hat ihren Gender-Lehrstuhl, jedes Amt seine Gender-Beauftragten. Studien und Sprachleitfäden werden erstellt, die viel Geld kosten. «Wir füttern eine ganze Industrie», sagt Kelle. «Das Thema scheint enorme Priorität zu haben.»
«Gutmenschen-Duden»
Frage man aber die Leute auf der Strasse, könne kein Mensch sagen, was Gender-Mainstreaming sei. Ein moderner Begriff für Gleichstellungspolitik, denken viele. Dem sei aber nicht so, sagt Kelle. Denn der Begriff «Gender» meint nicht das biologische Geschlecht, sondern das soziale. Laut Gender-Theorie hat die Biologie keinen Einfluss auf unser Geschlecht. Kinder kommen quasi als weisses Blatt zur Welt und werden zum Mädchen oder Jungen gemacht.
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Was ist das Ziel? Es sei ein Angriff auf die Privilegierung der Familie. Alle Lebensformen sollten gleichwertig nebeneinander bestehen, nichts dürfe als richtig oder falsch gelten. Am Ende der Ideologie stehe «eine Gesellschaft ohne klare Wertvorstellungen», glaubt Kelle, «ein Bruch mit unserer Tradition, Kultur und Religion». – «Wenn eine Minderheit bestimmen will, wie wir zu denken haben, nennt man das Diktatur.»
Birgit Kelle: Gender-Gaga. Wie eine absurde Ideologie unseren Alltag erobern will. Adeo. 192 S., Fr. 25.90
http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2016-2 ... 32016.html