Gewalt gegen Kinder und Frauen international

Hier können aktuelle Themen getrennt voneinander auf gesonderten threads erörtert werden.

Re: Gewalt gegen Kinder und Frauen international

Beitragvon AlexRE » Fr 26. Jul 2019, 09:53

Die Medien stehen wegen der Berichterstattung zu der Gruppenvergewaltigung in Freiburg in der Kritik:

Anwälte protestieren gegen Anfeindungen im Hans-Bunte-Fall

Immer wieder werden Anwälte wegen ihrer Arbeit bedroht. Auch im Prozess um eine mutmaßliche Gruppenvergewaltigung in Freiburg. Nun melden sich Vertreter zu Wort – und kritisieren auch die Berichterstattung.

Drohungen gegen Verteidiger, die Mandate in Strafprozessen übernehmen, sind Straftaten. Darauf haben die Rechtsanwaltskammer Freiburg und der Anwaltsverein hingewiesen. Zudem träfen solche Drohungen "nicht lediglich einzelne Personen", sondern gefährdeten den Rechtsstaat insgesamt "und damit uns alle", warnten die beiden Standesorganisationen in einer gemeinsamen Erklärung.

(...)


https://www.badische-zeitung.de/solche- ... straftaten

Natürlich ist es ein "no go" und kriminell, Anwälte zu bedrohen. Ich frage mich dennoch, ob wirklich jede die Menschenwürde des Opfers verletzende Verteidigungsstrategie standesrechtlich zulässig ist. Das hier ist angeklagt und wird sehr wahrscheinlich im Urteil als erwiesen festgestellt werden:

(...)

Nacheinander gingen sie ins Wäldchen und vollzogen mit der Frau den ungeschützten Geschlechtsverkehr. Dass die unter Drogen stehende und krampfende 18-Jährige weinend ihre Ablehnung zum Ausdruck brachte und sich mit den Fingernägeln wehrte, habe sie nicht abgehalten, so Schmid.

(...)


https://www.badische-zeitung.de/eine-na ... 62494.html

Das hier (gleicher Link) meinen manche Verteidiger einem mutmaßlichen Opfer zumuten zu dürfen:

(...)

Zumindest ein Teil der elf Verteidiger vertritt die Ansicht, dass die Frau den Sex massiv eingefordert hätte. Rechtsanwältin Kerstin Oetjen, die Alaa Al M. vertritt, wählt dafür gegenüber dem Sonntag drastische Worte: "Sie hat sich gebärdet wie eine Löwin und nach Schwänzen verlangt."

(...)


Ich meine das nicht. Es ist noch nicht einmal im Interesse des Mandanten, unglaubhafte Schutzbehauptungen besonders drastisch vorzubringen. Damit kommt man bei erfahrenen Richtern nicht weit - womöglich aber bei potentiellen (kriminellen) zukünftigen Mandanten, die so eine ekelige Gerichtsshow irrtümlich für den Ausweis einer besonders harten und erfolgversprechenden Verteidigung halten.
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Ich trete überall, wo das notwendig ist, der Meinung entgegen, der Umstand, dass die Diktatur zu allem fähig war, berechtige dazu, die Demokratie zu allem unfähig zu machen.
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Re: Gewalt gegen Kinder und Frauen international

Beitragvon Sonnenschein+8+ » Do 1. Aug 2019, 07:26

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Re: Gewalt gegen Kinder und Frauen international

Beitragvon AlexRE » Do 1. Aug 2019, 22:44

Die Einzelfälle kann man hier gar nicht mehr auflisten, da bliebe kein Raum mehr für andere Themen.
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Re: Gewalt gegen Kinder und Frauen international

Beitragvon Sonnenschein+8+ » Fr 2. Aug 2019, 07:03

AlexRE hat geschrieben:Die Einzelfälle kann man hier gar nicht mehr auflisten, da bliebe kein Raum mehr für andere Themen.


das stimmt leider.
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Re: Missbrauch von Kindern und Jugendlichen

Beitragvon AlexRE » Mo 19. Aug 2019, 14:37

Auf Facebook gesehen und kommentiert (das bezieht sich auf das erste Urteil im Fall Lüdge, eine Bewährungsstrafe):

Ich möchte hier einen Aufruf einer mutigen Kollegin veröffentlichen und weitergeben!
Ich denke, auch du bist immer wieder empört und wütend über das Strafmaß sexualisierter Gewalt in Deutschland.

„ Der sexuelle Missbrauch ist ein reales Risiko einer Kindheit in Deutschland“ Zitat unabhangige Kommission zur Aufklarung des sexuellen Missbrauchs in Deutschland.

Misch dich ein!! Zeig Gesicht!!

Komm zur Demonstration am 31. August 2019 um 12 Uhr vor dem Landgericht in Detmold!


https://www.traumaheilung.de/demonstration/

Bislang war es zwar immer ein "no go", gegen die unabhängige Justiz zu demonstrieren, aber wenn "no go" - Urteile im Namen des Volkes verzapft werden, hat das Volk jedes Recht der Welt auf solche Demonstrationen.
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Re: Gewalt gegen Kinder und Frauen international

Beitragvon AlexRE » Sa 14. Sep 2019, 16:47

Ah ja ... passiert zwar nix, aber wir bieten trotzdem Kurse zur Vermeidung sexueller Belästigung an, damit Paranoikerinnen und sonstiges gestörtes Dummvolk sich besser fühlen ...

Aktion der Polizei im Kreis Ludwigsburg

Frauen lernen S-Bahn fahren

gefährdung.jpg


(...)

Die Gefährdungslage ist definitiv nicht so, dass Frauen sich Sorgen machen müssten, wenn sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind. Aber wir nehmen wahr, dass das subjektive Sicherheitsgefühl trotzdem schlecht ist. Viele Frauen möchten nicht mit der S-Bahn fahren, weil sie denken, dass sie dort in eine doofe Situation kommen könnten. Statistisch gesehen gibt es dafür keinen Anlass, aber allein die Kriminalitätsangst ist für uns ein Grund, aktiv zu werden.

(...)


https://www.stuttgarter-nachrichten.de/ ... bb5dc.html
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Re: Gewalt gegen Kinder und Frauen international

Beitragvon AlexRE » So 15. Sep 2019, 09:15

Wer nicht vorbestraft ist, hat ein ganz tolles Abenteuer frei ...

Blaulicht » Politik » Deutschland

Vergewaltigung zweier Mädchen: Richter lässt vier Syrer mit Bewährung laufen – weil sie nicht vorbestraft waren

Der Prozess gegen die vier jungen syrischen Vergewaltiger (14 bis 20) geht mit Bewährung aus. Sie hatten in der Silvesternacht im südbadischen Weil am Rhein, am Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Schweiz, zwei Mädchen (14, 15) in der Wohnung des 20-Jährigen vergewaltigt. Der Richter empfand die alleinreisenden Minderjährigen Bürgerkriegsflüchtlinge als "fast noch Kinder" und den Wohnungsbesitzer als unreif. Das Jugendstrafrecht kam zur Anwendung.

(...)


https://www.epochtimes.de/politik/deuts ... 37542.html

>> Ohne Bewährung wären die Strafen deutlich höher ausgefallen, betonte das Gericht. [...] Durch die Geständnisse blieb eine umfangreiche und schwierige Beweisaufnahme und vor allem die Vernehmung der Opfer, die für die Mädchen eine weitere Belastung gewesen wäre, erspart." <<

Diese Begründung für Spottstrafen im Bereich der Sexualdelikte ist absolut üblich. Man erspart den Opfern ja weitere traumatische Situationen vor Gericht, wenn die Täter gestehen. Dass in vielen Fällen - so wie hier auch - die Beweislage auch ohne Geständnis zur Verurteilung führen würde, fällt dabei regelmäßig unter den Tisch.
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Re: Gewalt gegen Kinder und Frauen international

Beitragvon AlexRE » Sa 28. Sep 2019, 20:09

"Im Zweifel für den Angeklagten" ist sicherlich eines der wichtigsten rechtsstaatlichen Prinzipien. Jeder könnte als völlig Unschuldiger auf der Anklagebank landen.

Aber muss dieses Prinzip auch in der Fortschreibung als "Im Zweifel für den Gefährder" einen mehrfach verurteilten brutalen Vergewaltiger vor der Sicherungsverwahrung schützen?

Ich erlaube mir da einfach mal die Rechtsmeinung, dass hier ein Prinzip "Im Zweifel für die Gefährdeten" gelten müsste. Das hätte diesen beiden Frauen das Leben retten können:

Zwei Frauen tot:

Fassungslosigkeit über Verbrechen von Göttingen

(...)

Dass der Tatverdächtige gemeingefährlich sein könnte, hatte die Staatsanwaltschaft aber schon vor mehr als zwei Jahrzehnten gesehen. Im dritten Prozess wegen Vergewaltigung 1994 hatte sie für ihn neben einer Freiheitsstrafe auch Sicherungsverwahrung gefordert.

(...)


https://www.general-anzeiger-bonn.de/ne ... d-46123801
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Re: Gewalt gegen Kinder und Frauen international

Beitragvon Excubitor » Sa 28. Sep 2019, 21:25

AlexRE hat geschrieben:"Im Zweifel für den Angeklagten" ist sicherlich eines der wichtigsten rechtsstaatlichen Prinzipien. Jeder könnte als völlig Unschuldiger auf der Anklagebank landen.

Aber muss dieses Prinzip auch in der Fortschreibung als "Im Zweifel für den Gefährder" einen mehrfach verurteilten brutalen Vergewaltiger vor der Sicherungsverwahrung schützen?

Ich erlaube mir da einfach mal die Rechtsmeinung, dass hier ein Prinzip "Im Zweifel für die Gefährdeten" gelten müsste. Das hätte diesen beiden Frauen das Leben retten können:

Zwei Frauen tot:

Fassungslosigkeit über Verbrechen von Göttingen

(...)

Dass der Tatverdächtige gemeingefährlich sein könnte, hatte die Staatsanwaltschaft aber schon vor mehr als zwei Jahrzehnten gesehen. Im dritten Prozess wegen Vergewaltigung 1994 hatte sie für ihn neben einer Freiheitsstrafe auch Sicherungsverwahrung gefordert.

(...)


https://www.general-anzeiger-bonn.de/ne ... d-46123801


Und ich erlaube mir dieser Rechtsmeinung zu folgen. In einem Staat in dem sich dessen Vertreter schon des öfteren mit dem berechtigten Vorwurf des überzogenen Täter-Schutzes konfrontiert sahen, scheint die Zeit gekommen endlich grundlegende Veränderungen anzustreben. In einem Rechtsstaat, der dies ja angeblich sein soll, hat Opfer-Schutz ausnahmslos immer vor Täter-Schutz zu rangieren. Da dies in Deutschland allerdings offensichtlich (wieder einmal) nicht so ist, sind, wie in anderen Zusammenhängen auch, erhebliche Zweifel an eben dieser Rechtsstaatlichkeit angebracht. Man muss endlich dafür sorgen, die in diesem Land in vielen Lebensbereichen durch Polit-Versager aufgebauten potemkinschen Dörfer, also leere Kulissen zum alleinigen Zweck der Manipulation derer Betrachter; einzureißen, und dem vielfach nur auf dem Papier existierenden Prinzipien zu realer Existenz verhelfen. Nur dürfte dies aufgrund der Bildungsmisere und des vorhandenen Umfangs der Meinungsmanipulation in diesem Land ein fast aussichtsloses Unterfangen sein, eine "Mission Impossible".
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Zweites Todesopfer im Fall von Göttingen

Beitragvon Excubitor » Sa 28. Sep 2019, 21:38

WELT - "Das zweite Opfer des Gewalttäters aus Göttingen ist gestorben"
https://www.msn.com/de-de/nachrichten/p ... li=BBqg6Q9

Kommentar
Die zweite Dame starb nur aufgrund dessen, dass sie dem ersten Opfer helfen wollte, sozusagen als Heldin der Neuzeit. Ihr Einsatz gegenüber einem bewaffneten Gewalttäter und Schwerkriminellen war sicher nicht vernünftig (Mut verhält sich anti-proportional zur Vernunft), aber hochgradig mutig und damit anerkennenswert. Möge sie in Frieden ruhen.
Nur zur Erinnerung: Beide Opfer wären wahrscheinlich noch am leben, wenn man rechtzeitig zu früheren Tagen die Sicherungsverwahrung angeordnet hätte, wie sie schon damals offensichtlich zu Recht von der StA beantragt worden war. Wieder einmal klebt Blut an den Händen Täter freundlicher Richter ...
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