Geister und Paranormale Aktivitäten

Was eigentlich auf den Chat gehört, aber dennoch hier verewigt werden soll.

Re: Geister und Paranormale Aktivitäten

Beitragvon Livia » So 7. Mär 2021, 15:37

Am berühmten Spukhaus von Albany ist es wirklich gruselig

Von Anna Wengel | 26. Juni 2020, 06:24 Uhr

Im Anwesen Cherry Hill in Albany soll der Geist des dort ermordeten John Whipple spuken. TRAVELBOOK-Autorin Anna Wengel hat sich auf die Suche nach dem Haus gemacht – und sich ganz schön erschrocken.

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Suchend schaue ich mich nach einem Straßenschild um. Das Anwesen Cherry Hill ist laut Google Maps ganz in meiner Nähe. 1827 soll hier ein Mann von seiner Frau und ihrem Geliebten ermordet worden sein. Und angeblich sucht sein Geist das Haus bis heute heim. Kein Wunder, dass es bei Geisterjägern sehr beliebt ist.

Ich bremse. Zwei Männer schlurfen vor meinem silbern glänzenden und ziemlich großen Mietauto vorbei. Einer hebt den Kopf, schaut mich aus dunklen Augen an, scheint langsamer zu werden. Sein Blick durchdringt mich. Ich bekomme eine Gänsehaut. Jetzt schaut der andere Mann hoch. Starrt mich an. Dann sind sie weg. Und ich bleibe verdaddert im Auto zurück. Was war das denn? Na egal, das müsste die Straße sein, sage ich zu meinem Freund und wir fahren hinein. Ein leichte Kurve und abwärts geht’s. Plötzlich ist es dunkel. Gerade noch schien die Sonne, hier unten ist Schatten. Und gefühlt auf einmal Dämmerung.

Wir folgen der Cherry Hill Street bis kurz vor ihrem Ende. Laut Karte soll das Haus auf der rechten Seite sein. Ich sehe Bäume. Viele Bäume. Und fahre die Straße weiter runter. Vielleicht können wir das Haus ja schon von der 1st Avenue aus sehen, liegt es laut Karte zwischen Cherry Hill, 1st Avenue und South Pearl Street. Der Eingang ist auf der South Pearl Street. Die Cherry Hill Street endet vor einem Zaun, mit einem großen Parkplatz dahinter. Der ist leer.

Vor dem Zaun stehen zwei Autos, die sicher mal besser ausgesehen haben. Eines hat einen platten Reifen und das anscheinend schon eine Weile. In das andere ist wohl mal jemand reingefahren. Die Beule reicht weit ins Innere, die Scheibe ist kaputt. Wir biegen nach rechts. Und halten vor einem Haus. Das könnte es sein. Aber irgendwie steht es zu nah an allen anderen Häusern. Ich checke das Bild, das ich habe, nochmal: Das gelbe Haus sollte frei stehen.

Irgendwas stimmt am Spukhaus von Albany nicht
Wir fahren weiter, Richtung South Pearl Street, können das Haus aber nicht entdecken. Mittlerweile ist es stockdunkel. Das GPS fällt aus. Straßenlaternen gibt es kaum oder sind kaputt. Aus unserem Auto kann ich das in der Dunkelheit schwer erkennen. Und irgendwie beschleicht mich langsam ein komisches Gefühl. Wir fahren weiter. Biegen hier und da ab. Plötzlich befinden wir uns in einer dunklen Gasse. Ein zerbeultes und komplett rostiges Auto schneidet uns den Weg. Ich bremse scharf. Der Fahrer schaut mich, naja sagen wir mal, unglücklich an. Vielleicht auch wütend. Vielleicht guckt er auch immer so.

Mir fährt der nächste Schauer über den Rücken. Irgendwie fühlt sich das alles hier nicht mehr gut an. Gruselig irgendwie. Das ungute Gefühl wird stärker. Von Straße zu Straße fühle ich mich unwohler. Irgendwie in Gefahr. Obwohl ich keine Gefahr sehen kann. Meine Orientierung ist längst dahin. Google Maps funktioniert noch immer nicht. Gefühlt wird es noch dunkler um uns herum. Trotzdem will ich dieses Haus finden.

Ich habe keine Ahnung, wie wir wieder zurückgekommen sind, sieht für mich jede dunkle und irgendwie runtergekommene Straße fast gleich aus, doch plötzlich stehen wir wieder vor dem Haus vom Anfang. Das könnte es sein. Oder nicht. Ein Auto fährt langsam an uns vorbei, der Fahrer schaut in mein Fenster. Freundlich sieht anders aus. Vor uns treten zwei dunkle Gestalten aus dem Schatten eines Hauses, ich kann nur ihre Umrisse erkennen. Und plötzlich wird mir klar, wie wir hier wirken müssen in unserem glänzenden, fast Bonzenkarre schreienden Mietwagen, stehend auf der Straße und neugierig aus den Fenstern zu einem Haus rüberguckend, nachdem wir genau das Gleiche vor ein paar Minuten schon mal gemacht haben. Vielleicht ist das nicht so klug. Ich drücke aufs Gas und nehme das ungute Gefühl mit. Irgendwas stimmte da nicht.

„Die schlimmste Ecke Albanys“
Eine Stunde später sitzen wir in einem Restaurant („La Bella Valatie“ an der Route 9 – übrigens eine absolute Empfehlung!) und kommen mit einem der Kellner ins Gespräch, der aus Albany kommt. Das blöde Gefühl noch immer nicht loslassen könnend, erzähle ich ihm von unserer Suche nach dem Spukhaus. Dem Kellner fällt das Lachen aus seinem Gesicht: „Naja, sagen wir mal so. Wenn du sicher Stress und die schlimmste Ecke von ganz Albany suchst, musst du einfach nur in die Ecke Pearl und Cherry Hill Street fahren“, erklärt er mir. Das war dann wohl, was ich da gefühlt habe. Ob das nun mit dem Spukhaus zu tun hat oder nicht, weiß ich natürlich nicht. Aber gruselig war es in der Gegend um Cherry Hill, keine Frage. Auch ohne den Geist gesehen zu haben.

Was passierte in Cherry Hill?
Im Jahr 1827 lebte die High-Society-Dame Elsie Lansing Whipple gemeinsam mit ihrem Mann John Whipple im Anwesen Cherry Hill. Zu gleicher Zeit führte die Dame eine Affäre mit dem Handwerker Jesse Strang. Das Paar beschloss schließlich, Whipple aus dem Weg zu räumen, um fortan zusammen zu leben. Am 7. Mai versteckte sich Strang auf dem Dach des Schuppens, feuerte mit einem Gewähr durch ein Fenster Cherry Hills und in die Schulter des Rivalen, der wenig später auf der Treppe des Hauses zusammenbrach und starb.

Der Mord endete so, wie es natürlich nicht geplant war: Ende Mai wurde das mörderische Paar festgenommen und vor Gericht gestellt. Wegen des Bekanntheitsgrads der zur sozialen Elite Albanys gehörenden Dame und des Geschäftsmannes, bekam der Fall jede Menge Aufmerksamkeit. Vermutlich ebenfalls wegen ihres Stands wurde Lansing Whipple freigelassen, während ihr Geliebter mit dem Tod bestraft wurde, obwohl sie der Kopf hinter der Mordplanung gewesen sein soll. Am 24. August wurde Strang öffentlich gehängt – die letzte öffentliche Exekution dieser Art in Albany. Strangs Geliebte starb fünf Jahre später. Ihr ermordeter Ehemann liegt auf dem Friedhof Albany Rural Cemetery begraben. Angeblich soll er Cherry Hill jedoch nie verlassen haben und sein Geist dort bis heute auftauchen. Cherry Hill ist mittlerweile ein Museum – und bietet Führungen an.

https://www.travelbook.de/orte/scary-pl ... von-albany
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Re: Geister und Paranormale Aktivitäten

Beitragvon Livia » Di 9. Mär 2021, 21:04

Ein Schreiber wegen eines Scherzes zu Berlin geköpft.

Im Jahre 1364 haben die Bürger zum Berlin des Erzbischoffs von Magdeburg Theodorici Schreiber, so damals den Hertzogen von Sachsen war nachgezogen und zum Berlin an gedachtes Fürsten Tisch gesessen, durch die Stadtdiener, denen sonst auch ein ander großer Hauff zugeordnet worden, gegriffen, also bald auff den Marckt geführet und ihm den Kopf abschlagen lassen. Die Vrsach soll diese gewesen sein, daß er für wenig tagen, als er hatte wollen inß bad gehen, mit einer erbarn Frawen, so ihm wol bekand gewesen, sprach gehalten vnd sie in schertzweise genöthiget hatte, daß sie mit ihm zum bade gehen solte. Ich meine ja (spricht Krantzius lib. IX. Saxoniae c. 35) das sey eine schöne vrsach gewesen, einem das leben darumb zu nehmen. Doch haben sie solchen muthwillen mit leiblichen und geistlichen straffen genugsam müssen büßen.

Quelle: Grässe, Johann Georg Theodor, Sagenbuch des Preußischen Staates, Glogau, 1868/71, S. 116.
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Re: Geister und Paranormale Aktivitäten

Beitragvon Sonnenschein+8+ » Mi 10. Mär 2021, 08:30

du bist so ein Engel Liviachen dankeschön. Ich hoffe dir geht es gut. natürlich die anderen auch :)
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Re: Geister und Paranormale Aktivitäten

Beitragvon Livia » Mi 10. Mär 2021, 09:04

Sonnenschein+8+ hat geschrieben:du bist so ein Engel Liviachen dankeschön. Ich hoffe dir geht es gut. natürlich die anderen auch :)


Ja, mir geht es gut, danke der Nachfrage. Wenn meine Beiträge hier zu viel werden sollten, einfach melden, dann stelle ich das Einstellen einfach ab. :)

Pass immer gut auf dich auf. :)
Zuletzt geändert von Livia am Mi 10. Mär 2021, 09:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Geister und Paranormale Aktivitäten

Beitragvon Livia » Mi 10. Mär 2021, 09:11

Die verwünschte Jungfrau.

Auf dem Fichtelberge in Franken, auf der südlichen Seite des Schneeberges, ist der Nußhardtfelsen der abgelegenste, der wildeste und schaudervollste Bezirk. Hier herrscht die ödeste und traurigste Einsamkeit, die nur dann und wann durch die Viehheerden aus dem nächsten Dorfe Vordorf unterbrochen wird.

Auf diesem Bezirk haftet folgende Volkssage:

In Vordorf hat einmal ein Hirte gelebt - seine Nachkommen sind noch vorhanden - der trieb seine Heerde oft in diese Gegend, wo er, wegen ihrer weiten Entfernung vom Dorfe, immer erst um Mittag beim Nußhardtfelsen anlangte. So oft er dahin kam, so oft erblickte er auch zwischen eilf und zwölf Uhr Mittags eine köstlich ausgeschmückte Jungfrau, die jedes Mal sehr eifrig beschäftigt war, mit einem Rechen Flachsknoten umzuwenden. Oft hatte er seine Gedanken darüber, warum die schöne Jungfrau den ganzen Sommer hindurch dieß Geschäft triebe, und nie damit fertig werden könne. Mit dem Schlage zwölf Uhr war sie aber immer verschwunden, und anstatt der Flachsknoten fand der Hirt auf der Stelle Roßkoth, und mitunter ein Goldstück. Einige Male war er willens, die holde Dirne anzureden; aber nie hatte er das Herz dazu.

So vergingen mehrere Sommer. Sie sahen beide einander täglich, sie wurden einander gewohnt; aber keines sprach ein Wort mit dem andern, denn sie sahen sich immer nur von ferne.

Was geschah? Einst näherte sich dem Hirten die jungfräuliche Gestalt, schön und herrlich, wie es keine Schönheit weiter in der Welt giebt. Sie redete ihn mit stolzer und majestätischer, aber doch mit liebreicher und freundlicher Miene an:

»Du kannst mein Retter werden!« sprach sie. »Viele Jahre bist du schon Zeuge meines Thuns und Wirkens in dieser furchtbaren Einöde. Nie that ich dir etwas zu Leide, und werde es auch nie thun. Wisse, ich bin eine verwünschte, edle Jungfrau, die schon Jahrtausende hier nach Erlösung schmachtet. Du kannst mich retten, nur Du! Höre meine Weisung. Mir steht ein merkwürdiger Tag bevor; - sie nannte den Tag - vergiß ihn nicht. Auf diesen Tag gehe in die große Höhle des Felsens, die du kennst. Hier findest du mich. Gehe dreist auf mich zu, und gieb mir drei Küsse auf die Stirn. Thust du das, dann - dann bin ich erlöst! - Aber merke es dir wohl: in dem Zustande, wie du mich jetzt siehst, bin ich dann nicht. An jenem Tage habe ich einen schweren, großen Kampf zu kämpfen. Aus meinem Halse spricht Feuer, mein Haupthaar ist ein Geflechte von Schlangen, und ich liege in Krämpfen und Zuckungen. Dieser Anblick muß dich aber nicht schrecken. Gehe nur getrost auf mich los, und gieb mir drei Küsse. Deine Entschlossenheit rettet mich, und wird dir wohl, wird dir reichlich belohnt werden. Nimm auch, wenn du dich fürchten solltest, deinen Beichtvater oder sonst einen treuen Freund mit dir.«

Sprach's, und verschwand. Der Hirte stand da, und wußte nicht, ob er gewacht oder geträumt hatte. Er trieb seine Heerde heim, konnte nicht schlafen, ging gedankenvoll herum, und wußte nicht was er thun sollte. Das furchtbare Gemälde, das die schöne Jungfrau von sich selbst ihm gemacht, hatte eine unüberwindliche Furcht in ihm erzeugt, die von der ihm zugleich eröffneten Aussicht auf eine gute Belohnung nicht überwunden werden konnte. Keinem Menschen offenbarte er das Geschehene, auch seinem Beichtvater nicht. Er trug es mit sich herum, quälte sich Tag und Nacht, vermied in der Zeit den Nußhardtfelsen, und - der bestimmte Tag verstrich.

Als er vorüber war, war's ihm, als sey ein Stein von seinem Herzen gefallen. Nun trieb er die Heerde wieder zum Nußhardtfelsen. Voll Erwartung nahte er sich ihm und der Stelle, von wo er die schöne Jungfrau immer gesehen hatte.

Sie erschien. Sie näherte sich ihm in ihrem ganzen jungfräulichen Glanze. Mit starkem Herzklopfen sah er sie kommen. Da sprach sie sanft und rührend:

»Du hast an mir nicht wohl gehandelt. Du hättest mich retten können, und thatest es nicht. Höre, was ich dir sage, und was dir wohl selbst nicht bekannt war. Deine Lebensereignisse greifen in die meinigen wunderbar ein. Du bist getauft aus einer Bademulde, die aus einem Birkenbaume gemacht war, der an einem bestimmten Tage nicht nur gepflanzt, sondern auch gefällt wurde. An das Zusammentreffen aller dieser Umstände ist meine Erlösung aus einer schrecklichen Verbannung geknüpft. Du - Du hättest mich erlösen können, und hast es nicht gethan!«

Sie drehte sich um, eine Thräne fiel aus ihrem blauen Auge, und ihr schönes Gebilde zerfloß wie ein lichter Nebel vor den Augen des Hirten.

Auf seinen Stab gestützt, sah dieser starr vor sich hin. Er war gerührt und betrübt. Nun hätte er das Wagstück gern bestanden; aber nie sah er die schöne Jungfrau wieder, so oft er auch den Nußhardtfelsen behütete.

* * *

Das Zögern der Furcht und Unentschlossenheit, die sich für klug hält, und eben damit die Versäumung des Augenblicks zur Rettung Anderer und zur eigenen Befriedigung, kann nicht sanfter und zugleich eindringender dargestellt werden, als es in dieser Sage geschieht, die mir aus jenen Gegenden mitgetheilt wurde.

Quelle: Friedrich Gottschalck, Die Sagen und Volksmährchen der Deutschen, Halle 1814
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Re: Geister und Paranormale Aktivitäten

Beitragvon Livia » Do 11. Mär 2021, 21:54

Verfluchte Villa wird an denjenigen verschenkt, der sich traut, darin zu leben
Von TRAVELBOOK | 21. Dezember 2020, 05:47 Uhr

Wie wird man eine Villa los, die nicht nur von Geistern bewohnt sein soll, sondern möglichst auch an einem anderen Platz stehen sollte, als sie jetzt steht? Na klar, man verschenkt sie an die Person, die sich traut, in dem ehemaligen Altenheim zu leben.

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Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst auf noizz.de

Sylvia McLain ist Immobilienmaklerin und bekommt normalerweise Geld dafür, dass sie Häuser vermittelt. Doch bei einem ehemaligen Altenheim aus den frühen 30er Jahren konnte sie nicht anders, als ihre Dienste umsonst anzubieten. Denn das Haus in Louisiana soll verflucht sein und bisher hat sich noch niemand gefunden, der sich traut, darin zu leben.

Sylvia McLain
about a year ago
Free House! To Be Moved! 337.456.4690
9am - 4 pm / Mon-Fri.
You may recognize this iconic home that is located on Verot School Road? It’s the old Vincent/Vallot/GrandView Nursery home, built in the late 20’s early 30’s. McLain Development recently purchased this land and home. In an effort to save the history of the home we are offering it to anyone who would be interested in moving it to another location for restoration. We have concentrated our efforts and development cost in saving as many of the trees as possible and simply do not have a place in the neighborhood for the home. Home was occupied until 6 months ago, 2 AC’s were in working order. The home has been vacated due to development and needs some TLC. We would love to see someone take it to be moved and restored.

In der verwahrlosten Villa soll der Geist einer Frau wohnen, die darin starb
Dawn Vallot DeClouet behauptet in den Kommentaren zu McLains Facebook-Post über die kostenlose Villa, dass das Haus ihrer Familie gehörte. Sie bestätigt die Gerüchte, dass darin der Geist einer alten Dame ihr Unwesen treibt: „Wir hoffen und beten, dass jemand, der die großartige Architektur von 1930 schätzt, dazu bewegt wird, dieses Haus zu restaurieren. Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass es vom Geist meiner Urgroßmutter Alida Vincent Vincent bewohnt wird, die auf diesem Land aufgewachsen ist und in diesem Haus lebte und starb.“

Sie soll sich vor allem beim Kochen bemerkbar machen, so die Urenkelin: „Als wir dort lebten, hörten wir sie die ganze Zeit an den Töpfen klappern, wenn wir etwas auf dem Herd hatten. Man konnte hören, wie jemanden den Deckel eines Topfes angehoben hat, aber es war niemand in der Küche.“ Neben dubiosen Geistergeschichten aus dem Haus finden sich bei Facebook auch ebenso dubiose Tipps, wie man den Geist loswerden könne. „Sprühen Sie alle Türwege mit Olivenöl ein, man sagt, damit wird man Geister los. Jesus‘ Füße wurden mit Olivenöl gewaschen, es ist heilig. Nur ein Gedanke“, suggeriert ein Nutzer.

Wer sich des Anwesens annehmen will, muss leider eines beachten: Das Haus muss an einen anderen Ort, also auf ein anderes Grundstück, gebracht werden. Vielleicht, weil die Nachbarn keine Lust mehr auf Geister haben? Das soll wohl 80.000 Euro kosten. Ganz kostenfrei ist das renovierungsbedürftige Geisterhaus dann leider doch nicht.

Text: Julian Reuther

https://www.travelbook.de/mystery/verfluchte-villa-usa
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Re: Geister und Paranormale Aktivitäten

Beitragvon Livia » Do 18. Mär 2021, 21:42

Die schöne Küngold und der Tanz am Looweiher

oder wie das Dorf Küngoldingen zu seinem Namen kam
Die Wartburghöfe liegen auf halbem Wege, will man vom Loohof ob Oftringen zum Sälischlössli gelangen. Mein Ziel aber war die Ruine Wartburg. Die betagte und dennoch rüstige Frau mit den auffallend behenden Augen, der ich unweit der Wartburghöfe begegnete und von der ich gleich nach dem "Grüessgottwohl" erfuhr, dass sie hier in der Gegend aufgewachsen sei und jeden Strauch und jeden Stein kenne, legte mir noch ans Herz, doch auf dem Rückweg bei ihr einzukehren um mich zu stärken, denn heute sei das Säli geschlossen. Sie habe eben einen feinen Suuren Mocken aus der Beize genommen und müsse ihn nur noch eine Stunde köcheln. Und eine halbe Rüeblitorte warte auch noch auf ein Schleckmaul. Weniger der Suure Mocken und die Torte entlockten mir schnell ein "Ja gerne", als vielmehr eine interessante Geschichte aus eben dieser Gegend, die sie mir zu erzählen in Aussicht gestellt hatte, falls ich dann mehr Zeit haben würde, denn jetzt in einer halben Stunde hatte ich oben mit einem Freund, einem Ruinenforscher, abgemacht. Und so fand ich mich drei Stunden später – es ging schon gegen Abend - in einer heimeligen Bauernstube ein. Die Alte mit den behenden Augen sass nun mit mir zu Tische und wusste aus alten Zeiten gar Sonderliches und Interessantes von der Burg, vom Berg, ja von der ganzen Gegend zu berichten, und so auch die Mär von der schönen Küngold.

***
"Küngold war eine anmutige, zierliche aber auch eigensinnige Jungfrau aus einer Adelsfamilie im Burgund. Sie liebte das Leben, das Lachen, den Tanz.

Doch dann wurde sie mit dem rauherzigen Twingherrn von der Wartburg ob Olten, den man nur den "Ifenthaler" nannte, verheiratet. Der aber liebte mehr das rohe Kriegshandwerk, Abenteuer und Zechgelage mit seinen Kumpanen und war mehr abwesend denn zu Hause. Einst folgte er wieder dem Beistandsruf des Gra-fen zu einem Feldzuge gegen Unbotmässige im Norden, wo viel Sold und Raubgut winkten. Derweil langweilte sich Küngold unsäglich auf der einsamen Burg. Sie sann nach Abwechslung. Der misstrauische Ehemann jedoch hatte ihr drei Bewacher zur Seite befohlen, die niemals von ihr weichen durften, so auch auf ihren Ausritten nicht, bei denen sie das Städtchen Zofingen bevorzugte.

Dort war sie auf dem Markte gern gesehen, denn sie bezahlte gut und mit den begehrten Zofinger Pfennigen. Heute kaufte Küngold feinen venezianischen Stoff für ein neues grünblaues Reitkleid und wurde dabei vom Sohne eines reichen Stoffhändlers bedient, dem Laurents vom Sisgau, der an der jungen Edelfrau sogleich grossen Gefallen fand. Doch auch Küngold’s Herz entbrannte in Zunei-gung und Begierde. Bald schon ritt sie erneut gegen Zofingen, diesmal um den Stoff für ein goldgelbes Abendkleid zu erstehen, und beim dritten Male liess sie sich vom schönen Kaufmannssohn gar ein Mieder in zartem Rosarot anpassen. Als unter zwei Händlern ein handfester Zoff wegen eines falschen Zollmasses ausbrach und man nach dem Marktrichter rief, steckte Küngold dem Kaufmannssohn geschwind ein Briefchen zu, was allerdings einem der Bewacher trotz des allgemeinen Tumultes nicht entgangen war. In dem Briefe forderte sie Laurents zu einem heimlichen Treffen in Kunolfingen auf, einem kleinen Dörfchen vor den Toren Zofingens. Stadtauswärts reitend blickte sie zurück und nahm klopfenden Herzens das Nicken des ihr nachblickenden Geliebten wahr.

Der Looweiher liegt am Waldrand und an jenem Wege, den Küngold jeweils bei ihrem Ausritt nach Zofingen bevorzugte. Es ging die Sage, zur dämmernden oder nächtlichen Stunde habe man
dort schon mehr als einmal einen Reigen tanzender Mädchen in langen bunten Gewändern beobachten können. Als Küngold auf dem Rückweg mit ihren drei Bewachern an eben diesem Weiher vorbeiritt, flüsterte ihr eine Loo-Elfe zu:

"Wir sind neun, mit dir sind’s zehn"

Erstaunt sah sich Küngold nach der Elfe um, die sich in schneller Folge von grünblau über goldgelb zu rosarot und dann in schwachen Dunst verwandelte, um darauf ganz zu verschwinden. Doch ihre Worte begriff sie nicht, und die drei Begleiter hatten vom Ganzen nichts bemerkt.

Als Küngold nach Einbruch der Nacht aus der Burg abschleichen wollte, erwarteten sie vor den Toren schon die drei misstrauisch gewordenen Begleiter: "Wir sind deine Bewacher, wie der Herr uns befohlen. Du wirst und niemals los." Küngold wollte schon verzweifeln, denn bald würde ihr geliebter Laurents vergebens unter der grossen Linde am Reckolderhubel zu Kunolfingen auf sie warten. Doch da fielen ihr die sonderbaren Worte der Elfe ein - und die kluge Frau begriff. In Begleitung ihrer Bewacher ritt sie mutig und erhobenen Hauptes den steilen Bergpfad hinunter.

Am Looweiher bot sich den Vieren ein gar wunderbares Schauspiel. Um das Wasser tanzten im Mondlicht neun anmutige elfenhafte Jungfrauen, jede von Kopf bis Fuss nur mit einem dünnen Schleier bedeckt, jeder Schleier in einer anderen Farbe und so, dass die zarten weiblichen Formen durchschimmerten ohne dass die Gesichter zu erkennen waren. Die drei Männer waren vom Anblick der anmutig tanzenden Elfen gebannt und starr. Dies machte sich Küngold zu eigen, um hinter einem Busch ihre Kleider abzustreifen, den bereitliegenden Schleier überzuwerfen und sich so als zehnte Tänzerin in den bunten Reigen einzugliedern, ohne dass die betörten Männer diesen Vorgang bemerkten. Da plötzlich erwachten sie aus ihrer Starre und erinnerten sie sich ihrer Pflicht. Doch Küngold, die unerkannt mittanzte, blieb wie vom Erdboden verschluckt. Die Bewacher suchten sie überall und entfernten sich dabei immer mehr vom Looweiher. Küngold schlüpfte wieder in ihre Kleider und ritt leise von dannen, hinunter zu ihrem Laurents.

Die verliebte Küngold aber wollte schon anderntags zu später Abendstund wieder einen Ausritt nach Zofingen machen. Die Bewacher fürchteten den Zorn des Burgherrn, genannt der Ifenthaler, sollten sie sich von dieser Frau wieder an der Nase herum führen und sie zu ihrem Geliebten entwischen lassen. Um im Anblick der Elfen nicht wieder zu erstarren, träufelten sie sich den Saft der Tollkirsche in die Augen, sodass sie eine Weile nur noch verschwommen sehen konnten und – deshalb - nicht mehr erstar-ren würden. Dafür spitzten sie umso mehr die Ohren und hörten tatsächlich, wie Küngold auf ihrem Schimmel sachte wegritt. Sie folgten ihr in ausreichendem Abstand und sahen, jetzt wieder klaren Blickes, wie sich Küngold unter der Linde am Reckolderhubel mit dem schönen Sohne des Kaufmannes traf.

Die drei Männer überfielen Laurents und schleppten ihn fort in Richtung der Wartburg. Ihr Weg führte wieder am Looweiher vorbei. Diesmal hatten die Elfen jedoch auch ihre Schleier abgelegt und tanzten ganz nacked im Mondeslicht. Von neuem blieben die drei Männer wie gebannt stehen und vergassen alles um sich, auch ihren Gefangenen. Diesen Augenblick nutzte Küngold, um Laurents die Fesseln zu lösen und ihm so zur Flucht zu verhelfen.

Der Ifenthaler kehrte zwei Monate später aus den fremden Kriegs-diensten auf seine Twingburg zurück und erkannte eines Tages, dass Küngold schwangeren Zustandes war, dessen Ursache in die Zeit fallen musste, als er mit seinen Haudegen gerade Bauerndörfer jenseits des Hauensteins plünderte. Er stellte die drei Bewa-cher zur Rede, die ihm nun alles beichteten. Da erkannte der Twingherr, dass ihm Hörner gesetzt wurden, und er suchte wütend nach seiner Frau. Diese aber entwischte ihm auf ihrem Schimmel, um sich am Looweiher im Reigen der Elfen zu verstecken. Der Ifenthaler bemerkte ihren Fortgang und jagte ihr mit seinen Männern nach. Am Looweiher fand er den angebundenen Schimmel und sah auch den Tanz der Elfen, von dem ihm die
Bewacher berichtet hatten. Er umstellte sofort den Teich mit seinen Mannen und fragte eine Elfe nach der andern: "Bist Küngold du?" Doch alle zehn antworteten ihm jedes Mal im Chor: "Ich bins, nur zu!" Nun entbrannte der ungestüme Ritter wieder in Wut und befahl seinen Mannen, sich mit ihren Schwertern auf die Elfen zu stürzen.

◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊◊

Da fuhr vom Engelberg her donnernd ein leuchtender Wagen her-an, durchbrach den Belagerungsring, lud alle Elfen und auch Kün-gold auf die Wagenbrücke und jagte mit ihnen südwärts, verfolgt vom Reitertross. Im Dörfchen Kunolfingen verschwand der Wagen plötzlich in einem regenbogenfarbenen Nebelschleier. Der Ifen-thaler und seine Waffenknechte aber stiessen stattdessen auf eine gehörig bewaffnete Streitschar der Zofinger, an deren Spitze Laurents, der Kaufmannssohn ritt. Ein seltsamer stattlicher Jägersmann mit stechenden Adleraugen hatte ihm rechtzeitig, als er sich gerade anschickte seine Pferde von der Weide ausserhalb der Stadtmauern zu holen, die Botschaft von Küngolds Not über-bracht. "Ich will nur mein ungetreues Weib", begehrte der Ifen-thaler im Anblick der bewaffneten Zofinger unwirsch auf. "Dann sucht sie!" rief ihm Laurents zu, "Es bleibt Euch bis zum Sonnen-untergang Zeit". Bis die Nacht hereinbrach suchten die Gehilfen des Twingherrn das ganze Dorf Haus für Haus nach Küngold ab. Doch sie blieb verschwunden.

Man sagt, der Führer des leuchtenden Wagens und der Warner des Kaufmannssohnes seien beide Male der sagenumwobene Dürst gewesen, der Freund und Beschützer der Looweiher-Elfen. Die Elfen jedoch tanzten nie mehr am Looweiher. Es gibt Leute, die wollen gesehen haben, wie die Jungfrauen ab selbiger Zeit jenseits der Wartburg und des Säli um den Katzenweiher im Säliloch tanzten. Andere wiederum wollen in Zofingen von burgundischen Weinhändlern gehört haben, in den Weinbergen der Cote d’Or tanzten seit einigen Monden an warmen Sommerabenden buntfarbene Elfen, die dort vorher noch nie gesehen wurden."

Die alte Frau mit den behenden Augen bot mir ein weiteres Stück ihrer etwas übersüssten Rüeblitorte an, doch ich winkte dankend ab. "Der Dürst, oder der Türst, wie er im Luzernerbiet genannt wird, geisterte also auch in hiesigen Landen?" "Ja, aber noch mehr im solothurnischen Gäu und Thal. Aber nun zurück zur Küngold:"

"Man sagte auch, das Paar habe unbeschadet das Burgund er-reicht, wo Laurents und Küngold in einem Weingut glücklich weiterlebten und neun Kinder hatten. Jedes der neun Tauffeste wurde von immer mehr Schaulustigen besucht. Es hatte sich nämlich herumgesprochen, dass bei jedem dieser Feste mit Einbruch der Nacht neun Elfen in wunderschönen farbigen Gewändern im Hofe vor dem Festsaale tanzten, gar anmutig und lieblich und von zarten Flötentönen begleitet. Laurents aber wurde im Burgund ein angesehener Weinbauer und Weinhändler, von dem die Zofinger Ratsherren noch lange ihren vorzüglichen Stadtwein bezogen.

Doch der Name der schönen Küngold fand gar Einlass in die Bücher der Amtsstuben und in die Karten der Geografen. Da nämlich damals in dem Dörfchen vor den Toren Zofingens von den Männern des Ifenthalers so oft und gar laut nach der Küngold gerufen worden war, und da dieser Name so nah dem alten tönte, nannten Fremde wie Eigene dieses Dorf fortan Küngoldingen und verdrängten so den ursprünglichen Namen des Alamannen Chunolf."

***
Küngold
Der Name Küngold kommt auch in alten dokumentierten Geschichten aus Zofingen, Solothurn etc. vor. Und in einer Legende aus dem Kloster Kleinlützel verliebt sich ein junger Graf unglücklich in eine fromme Nonne namens Küngold.

Dürst
oder Türst erscheint als Sagenfigur in vielen Geschichten aus verschiedenen Gegenden der Schweiz. Er stammt aus heidnischen Zeiten und führt in Stürmen und Gewittern besonders in der Vorweihnachtszeit einen wilden, heulenden und hornenden Tross von Hunden, Rössern und Gespenstern an.

Elfen
Sind anmutige Naturgeister in Frauengestalt, welche die Erde schon vor den Menschen bewohnten. Sie sind von grosser Weisheit und Schönheit und unsterblich, können aber auch gewaltsam ums Leben kommen. Die Elfen tanzen gerne an stillen Gewässern, auf Anhöhen und in Bäumen.

Kunolfingen
ist alamannischen Ursprunges und erscheint in alten Schriftstücken als Dorfname für den später gebräuchlicheren Namen Küngoldingen.

Der Zofinger Pfennig
war in Frühmittelalter ein weit über Zofingen hinaus verbreitetes Zahlungsmittel.

Die Herren von Ifenthal
waren begüterte Kleinadelige, denen unter anderem auch die Wartburg gehörte und welche sie vermutlich auch bauen liessen.

Quelle: Gehört und aufgeschrieben von Sepp Arnold, Oftringen (Schweiz), Emailzusendung vom 9. März 2006

:) Ich wohne in Oftringen/Küngoldingen, Zofingen grenzt an Oftringen und Olten ist nur etwa 9 oder 10 Kilometer von Oftringen entfernt. Das Sälischlössli kann ich bei schönem Wetter gut sehen, was ich auch oft besucht habe. Aber diese Geschichte habe ich noch nie gehört. Auf dem Loohof hat meine Mutter als junge Frau gearbeitet, den gibt's immer noch.
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Re: Geister und Paranormale Aktivitäten

Beitragvon Livia » Do 25. Mär 2021, 21:45

Mothman – das Rätsel um das Monster von West Virginia

Von TRAVELBOOK | 16. September 2020, 13:28 Uhr

Im November 1966 wurde er zum ersten Mal gesichtet, seitdem erschreckt der Mothman – zu Deutsch: Mottenmann – regelmäßig Einheimische und Reisende und beflügelt Fantasien. Die rätselhafte Geschichte des Monsters von Point Pleasant (USA), das sogar in der neuesten „Die drei ???“-Folge für Angst und Schrecken sorgt.

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Es ist der 15. November 1966, 23.30 Uhr. In jener kalten, klaren Nacht fährt ein Auto mit vier Personen durch eine ziemlich abgelegene, unübersichtliche Ecke in West Virigina. Point Pleasant heißt der nächste Ort und „TNT Area“ nennen die Einheimischen das Gelände – nach dem Sprengstoff Trinitrotoluol, dessen Sprengkraft zum Maßstab wurde für die Explosionsstärke von Bomben und Granaten.

Denn hier steht die West Virginia Ordnance Works, eine still gelegte Munitionsfabrik aus dem Zweiten Weltkrieg. Um Waffen geht es hier aber irgendwie immer noch: Junge Leute aus der Hot-Rod-Szene treffen sich auf dem weitläufigen Gelände, also Anhänger jener schnellen Wagen aus den 20er- und 40er-Jahren, die so gefährlich gewesen sein sollen wie Waffen – womit sich wohl auch deren Name erklärt: Rod ist ein Slang-Wort für Pistole.

Die jungen Leute in ihren tollkühnen Kisten sind es aber nicht, die den Insassen des Fahrzeugs plötzlich einen gehörigen Schrecken einjagen. Sondern ein Wesen, das sie noch nie in ihrem Leben zuvor gesehen haben – und garantiert auch nie wieder sehen wollen.

Riesige Gestalt mit Flügeln
Eine menschenähnliche Gestalt ist es: von mehr als zwei Metern Größe und mit engelsähnlichen Flügeln, deren Spannbreite wohl drei Meter misst. Doch nicht genug: Das Wesen, so berichtet eine der Zeuginnen später, hat große runde, rot leuchtende Augen, die Rücklichtern eines Autos ähneln und fast hypnotisierend wirken. Arme und Beine sind muskulös. Die Hände – auffallend lang.

Offenbar hat sich einer seiner Flügel in einem Draht verfangen, so wird berichtet, und das Wesen, auf einem Hügel hockend, versucht, sich daraus zu befreien. Als es ihm schließlich gelingt, steigt es flügelschlagend auf in die Luft, Staubwolken aufwirbelnd, und dem Auto hinterher, in dem die Zeugen des Monsters panisch flüchten. Sogar im Inneren des Fahrzeugs soll das Schlagen der gigantischen Flügel deutlich zu hören sein.

Noch in derselben Nacht melden die Zeugen den Vorfall dem örtlichen Sheriff, der gegen 2 Uhr das Gelände absucht, aber nichts Auffälliges finden kann. Und auch die Presse ist schnell informiert. Am Tag darauf erscheint in der örtlichen Zeitung „Point Pleasant Register“ ein Artikel: „Couples See Man-Sized Bird … Creature … Something”.

Dieses Etwas, das man anfangs auch „Vogelmann („birdman“) oder Vogelmonster („bird-monster“) nennt, soll schließlich als „Mothman“ zur Legende werden – in Anlehnung an Batman und dessen kriminellem Gegenspieler Killer Moth, mit denen die deutsche Übersetzung – Mottenmann – allerdings nichts mehr zu tun hat.

Diverse Mothman-Sichtungen
Schon nach der ersten Veröffentlichung wird das Monster von vielen Menschen gesichtet. Auch von Linda Scarberry, der Hauptzeugin. Einmal sitzt es sogar auf dem Dach ihres Apartmenthauses. Mit der Anzahl der Sichtungen wird das Bild vom Mothman konkreter. So soll er anstelle von Füßen scharfe Krallen haben und von tiefschwarzer Hautfarbe sein.

Und natürlich rufen die Nachrichten vom Flugmonster auch Ghostbuster auf den Plan – ganze Truppen von Geisterjägern suchen mit Waffen, Scheinwerfern und Spürhunden nach dem Mothman. Und finden: nichts.

Richtig gruselig wird die Geschichte schließlich, als exakt 13 Monate nach der ersten Mothman-Sichtung, am Samstag, den 15. Dezember 1967, die Silver Bridge zwischen den Orten Point Pleasant und Kanauga zusammenkracht. 31 Fahrzeuge stürzen in den Ohio River, 46 Menschen ertrinken.

Zwar wird der Mothman nicht an der Brücke gesichtet, aber dennoch mit deren Kollabieren in Verbindung gebracht. Denn in einer Sage der indigenen Einwohner war das Erscheinen eines ähnlich beschriebenen Wesens Vorbote für Unglück und Not. Die Sichtung des Mothmans auf dem TNT-Gelände, so schlussfolgert man nun, habe den Brückeneinsturz angekündigt.

Ist ein Fluch schuld?
Vermutlich, so spekuliert man jetzt, ist das Erscheinen des Mothman auf einen Fluch zurückzuführen, den Häuptling Cornstal, der im Jahr 1777 zur Zeit der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung, im Fort Randolph bei Point Pleasant ermordet worden war. Andere glauben, der Mothman sei ein Außerirdischer, ein Geist, oder die körperliche Manifestation eines Dämons aus dem Jenseits. Auch soll er oft genau dann aufgetaucht sein, wenn man auch die geheimnisvollen Men in Black sichtete.

All diese Spekulationen bringen zwar kein Licht in das Dunkel um den Mothman, sorgen aber für eine wachsende Bekanntheit des Flugmonsters. Es scheint nur eine Frage der Zeit, bis Hollywood anklopfen würde – und 2002 ist es so weit. „The Mothman Prophecies“ heißt der Thriller mit Richard Gere in der Hauptrolle, der auf dem gleichnamigen Buch des Ufologen John A. Keel aus dem Jahr 1975 basiert. Aus dem zunächst regionalen wird ein landesweites Phänomen: In allen Teilen der USA kommt es plötzlich zu Mothman-Sichtungen.

Spielverderber führen dann häufig an, dass es sich bei den angeblichen Mothmans lediglich um eine große Eule oder einen Kanadakranich handeln würde. Und was die Brücke tatsächlich zum Einsturz brachte, kann jeder im Untersuchungsbericht nachlesen: Materialermüdung, Mikrorisse und nachfolgend Rost an einem tragenden Bauteil.

Und tatsächlich war es ein Virginia-Uhu, den jener schießfreudige Einwohner von Point Pleasant mit seiner Flinte erlegte, in der irrigen Annahme, den Mothman persönlich vor sich zu haben. Danach ebbten die Sichtungen spürbar ab.

Auch interessant: Die 9 gefährlichsten Inseln der Welt

Doch die Legende lebt weiter. Dafür sorgt schon der kleine Ort Point Pleasant, dem – allen Unkenrufen zum Trotz – der Mothman nämlich kein Unglück, sondern eine herrliche Einkommensquelle bescherte: Als Touri-Attraktion macht sich der Mothman nämlich bestens. Es gibt ein Mothmann-Denkmal, ein Mothman-Museum und ein Mothman-Festival. Das findet jedes Jahr im September statt, dauert drei Tage und ist – so versprechen die Veranstalter – ein Spaß für die ganze Familie. Dieses Jahr fällt es aufgrund der Corona-Pandemie jedoch aus.

Der Mottenmann als Fall für „Die drei ???“
Am 17. Juli 2020 ist Folge 206 der beliebten Hörspiel-Reihe „Die drei ???“ erschienen. Und darin sorgt eben jenes geflügelte Monster mit den roten Augen in Rocky Beach für Angst und Schrecken. Die drei Detektive Justus, Peter und Bob stürzen sich in die Ermittlungen, um das Geheimnis des Mottenmanns zu lüften – mit einem überraschenden Ende.

https://www.travelbook.de/orte/mothman- ... t-pleasant
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Re: Geister und Paranormale Aktivitäten

Beitragvon Livia » Sa 10. Apr 2021, 20:55

Das unheimlichste Kreuzfahrtschiff der Welt ist heute ein Hotel
Von TRAVELBOOK | 10. Dezember 2020, 18:19 Uhr

Einst ein Luxus-Liner, liegt die „RMS Queen Mary“ seit 1967 in der kalifornischen Stadt Long Beach vor Anker – und gilt heute als einer der gruseligsten Orte auf der ganzen Welt. Überall auf dem Schiff soll es demnach spuken. In der am stärksten davon betroffenen Suite kann man sogar übernachten – wenn man sich traut...

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Im Hafen der kalifornischen Stadt Long Beach liegt ein Schiff vor Anker, das, obwohl mittlerweile 91 Jahre alt, auch heute noch beeindruckt: Die Rede ist von der „RMS Queen Mary“, die 1936 nach siebenjähriger Bauzeit als damals modernster Luxusdampfer überhaupt zum ersten Mal den Atlantik überquerte – und sich seitdem den Ruf erworben hat, einer der gruseligsten Orte auf der ganzen Welt zu sein.

Zahllose Geister sollen auf dem Ozeandampfer umgehen: Seit das Schiff 1971 in Long Beach zum ersten Mal für Besucher öffnete, gibt es immer wieder Berichte über unheimliche, unerklärliche Begegnungen und Ereignisse. Besonders, seit die „Queen Mary“ 1972 in ein Hotel umgewandelt wurde, häufen sich die Geister-Sichtungen. An Bord gibt es sogar eine Suite, die derart regelmäßig heimgesucht wird, dass sie bis 2018 nicht mehr gebucht werden durfte.

Ein tragischer Zusammenstoß
Doch der Reihe nach: Nur drei Jahre darf die Queen Mary nach ihrer Jungfernfahrt am 5. März 1936 als luxuriöses neues Flagschiff der Cunard-Line über den Atlantik reisen; dasselbe Unternehmen hatte auch die legendäre Titanic bauen lassen. Denn als England 1939 Deutschland den Krieg erklärt, wird der Ozeanriese zum Truppen-Transporter umfunktioniert. Sie heißt jetzt nicht mehr Queen Mary, sondern wird umbenannt in „Grey Ghost“ (z. Dt.: „Grauer Geist”), wie auf der offiziellen Seite des Schiffes nachzulesen ist.

Am 2. Oktober 1942 kommt es zu einem tragischen Unglück, als der „Graue Geist“ mit einem Begleitschiff, der „HMS Curacoa“ kollidiert und dieses dabei zerteilt. Wie das Magazin „Forbes” berichtet, fährt die „Geist“ danach einfach weiter, weil man einen Zusammenstoß mit feindlicher Marine befürchtet – das Todesurteil für 239 Seemänner der „Curacoa“, die daraufhin ertrinken. Pikant: Auf der offiziellen Seite der Queen Mary wird zwar der Zusammenstoß erwähnt, über den weiteren Verlauf aber kein Wort verloren.

Die Geistergeschichten beginnen
1967 endet dann die „Karriere” der Queen Mary, nach dem Ende des Krieges hatte sie ab 1947 wieder ihren Betrieb als Luxus-Liner aufgenommen. Am 9. Dezember 1967 legt sie zum letzten Mal an, im kalifornischen Long Beach, wo sie auch heute noch vor Anker liegt. Und damit beginnt eine neue Ära, die dem Schiff den Ruf einbringt, einer der unheimlichsten Orte auf der ganzen Welt zu sein – als solchen bezeichnet es zumindest das renommierte „Time Magazine”.

So spukt hier mutmaßlich unter anderem der Geist eines Mannes, der 1966 bei einem schrecklichen Unfall ums Leben gekommen sein soll: Wie „Forbes” berichtet, soll der erst 18-Jährige von einer sich schließenden Sicherheitsschleuse zerteilt worden sein. Immer wieder haben Übernachtungs-Gäste des Hotels einhellig berichtet, sie hätten am Ort des Unglücks einen bärtigen Mann in dunkler Kleidung gesehen.

Der unheimlichste Raum des Schiffes
Auch andere Geister tauchen demnach regelmäßig auf, so zum Beispiel der einer in weiß gekleideten Frau, die tanzend im Ballsaal gesehen wurde. Und auch vom Geist eines jungen Mädchens, das einst in einem der Swimming Pools ertrunken sein soll, ist die Rede. Laut „Travel&Leisure” berichten aber auch Angestellte auf dem Schiff immer wieder von unheimlichen Begegnungen: So erzählten 1989 drei Reinigungskräfte übereinstimmend, ein geheimnisvoller Mann habe sich im Ballsaal vor ihren Augen in Luft aufgelöst.

Die meisten Schauergeschichten aber ranken sich um eines der Hotelzimmer, das mittlerweile fast schon Legendenstatus genießt: die Suite B340. Die erste angebliche Geistersichtung geht zurück auf das Jahr 1966: Damals berichtete eine Frau, mitten in der Nacht sei ihr plötzlich die Bettdecke weggezogen worden, und ein Mann habe am Fußende ihres Bettes gestanden. Das Gespenst des Mannes, der hier angeblich 1948 verstarb?

Profit mit dem Spuk
Über die Jahre wurden die Geschichten, die man sich in Verbindung mit Suite B340 erzählte, derart zahlreich, dass sie sich sogar auf der offiziellen Seite des Schiffes wiederfinden. So soll hier immer wieder auf mysteriöse Weise das Licht im Badezimmer von selbst angehen, auch berichteten Reinigungskräfte von laufenden Wasserhähnen, auch wenn sich seit Tagen niemand mehr in der Suite aufgehalten hatte. Auch schließe sich des Öfteren die Tür zum Badezimmer einfach von selbst, zudem soll es hier nachts mitunter an der Tür klopfen, obwohl niemand da sei.

Das alles führte dazu, dass die Suite B340 noch bis ins Jahr 2018 für Besucher gesperrt wurde, doch mittlerweile kann man wieder dort schlafen – für den stolzen Preis von 499 Dollar (412 Euro) pro Nacht. Dazu bekommt man laut Webseite des Hotelschiffs ein Ouija-Brett, Tarot-Karten und eine Kristall-Kugel, um selbst auf die Jagd nach Geistern zu gehen.

Auch sonst profitiert der Ort aber mittlerweile sehr von seinem Ruf als einer der gruseligsten Orte der Welt, so werden zum Beispiel zu normalen Zeiten Zaubershows hier gezeigt, auch kann man ein „Dinner with the Spirits” buchen, also ein Abendessen mit den Geistern. Und natürlich kann man auch selbst auf Jagd nach ihnen gehen, und zwar bei einer geführten Tour, oder aber mit einem Schiffs-eigenen Geisterjäger. Und natürlich wurde die Queen Mary bereits bei diversen einschlägigen Fernsehsendungen vorgestellt, unter anderem bei „Ghost Hunters” und „Most Haunted”. Solange es sich also von dem Spuk so gut leben lässt, dürften die Betreiber der Queen Mary wohl kaum daran interessiert sein, die Geister zu vertreiben.

Standort des „Queen Mary“-Hotelschiffs auf der Karte

https://www.travelbook.de/orte/scary-pl ... ahrtschiff
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Re: Geister und Paranormale Aktivitäten

Beitragvon Livia » Sa 10. Apr 2021, 21:04

KINDESHAND, DIE SICH AN DER MUTTER VERGREIFT, WÄCHST ZUM GRABE HERAUS

Zu Anfang des 14. Jahrhunderts wohnte eine arme Witwe in der Nähe des Jodenbergs vor dem Doventhore in einem Häuschen, das ihr die reiche Schwanke geschenkt hatte, die Frau Conrads von Verden, bei deren Eltern sie lange Jahre als treue und fleißige Magd gedient hatte, weshalb sie auch in ihren alten Tagen von dieser mancherlei Unterstützungen erhielt. Freilich hatte sie eine Tochter, die in der Stadt an einen wohlhabenden Mann, einen Gerber, verheirathet war; aber dieselbe war von harter und stolzer Gemüthsart, und als der Rath zu jener Zeit den Gerbern ihre Rolle gab, wodurch sie die Berechtigung erhielten, in Zukunft eine Zunft zu bilden, so fuhr der Hochmuthsteufel so ganz und gar in die neue Frau Meisterin, daß sie sich der Mutter schämte und ihr am Ende sogar verbot, je wieder ihr Haus zu betreten.

Die alte Frau war stumpf und gebrechlich, selbst mit dem Spinnen wollte es nicht mehr vorwärts, und sie hätte umkommen müssen ohne die Hülfe fremder Leute. Aber das nahm ein Ende mit Schrecken, als der mächtige Conrad von Verden, der sich in Verbindung mit seinen reichen Vettern mehrere Gewaltthaten erlaubt hatte, mit seiner ganzen Sippschaft und der Stadt vertrieben wurde. Da konnte sie nicht mehr mit ihrem Henkeltopf hingegen, um von der Frau Schwanke die Ueberbleibsel des Mittagsmahles zu holen, wie sie seit Jahr und Tag gewohnt war, und nun trieb sie die bittere Noth, die Mildthätigkeit ihrer Tochter in Anspruch zu nehmen; es war ein harter Schritt für sie, und mit zitternder Hand langte sie nach dem Stabe, womit sie ihren schwankenden Gang schon seit längerer Zeit zu unterstützen gezwungen war. Unterwegs stand sie mehrmals still; sie fürchtete einen heftigen Auftritt mit ihrer Tochter, und überlegte, ob es nicht gerathener sei, ihre Noth jedem Andern zu klagen, als eben ihrem Kinde, als sie plötzlich vor dem Hause ihres Schwiegersohns stand. Noch einen Augenblick war sie unschlüssig; dann aber ermannte sie sich und trat hinein. »Ist sie doch meine Tochter, mein einziges Kind,« murmelte sie leise vor sich hin: - »Gott der Herr und der heilige Willhadus werden ihren harten Sinn ändern.«

Sie trat in die Wohnstube, wo sie die ganze Familie beim Mittagsessen vereinigt fand. Sie war zuerst sehr verlegen, sie, in so ärmlicher Kleidung, diesem Reichthum gegenüber, wovon das Hausgeräth und die ganze Einrichtung zeugten, und rang vergebens nach Worten, um ihr Anliegen vorzubringen. Als sie sich darauf etwas gesammelt hatte, schilderte sie in einfacher, ungekünstelter Rede die Hoffnungslosigkeit ihrer Tage, auf die ergreifendste Art.

Dem Schwiegersohn trat das Wasser in die Augen; aber er war ein schwacher Mann, der sich von seiner Frau ganz beherrschen ließ und um Alles in der Welt nicht gewagt hätte, eine selbstständige Verfügung zu treffen, wie sie sein Herz ihm gebot; denn er würde mit Freuden die alte hülflose Frau zu sich ins Haus genommen haben, hätte es einzig von ihm abgehangen. So aber schaute er erst fragend zu seiner Frau hinüber, ob er auch ihrer Zustimmung gewiß sein könne. Aber Entsetzen ergriff ihn, als er ihr Gesicht sah. Es war ihm nichts Neues, daß sie selbst bei geringen Anlässen in heftigen Zorn gerieth; aber eine solche Wuth, eine solche widerliche Verzerrung ihrer Züge hatte er noch nie gesehen. Es war, als wenn bei dem Anblick ihrer Mutter ein böser Geist in sie gefahren sei; die Röthe des aufwallendes Zorns wich einer fahlen Leichenblässe und mit den funkelnden Tigeraugen schien sie das Wesen, dem sie ihr Leben und Dasein verdankte, das mit mütterlicher Fürsorge ihre Jugend behütet und in kranken Tagen sie so treu gepflegt hatte, durchbohren zu wollen.

Erschrocken sieht sich die Alte nach einem Stuhl um, denn ihre Kräfte drohen sie zu verlassen. Bei dem Manne siegt in diesem Augenblick das menschliche Gefühl über die Furcht vor seiner Frau, und er eilt hinzu, um die Halbohnmächtige aufzufangen. Bis dahin hat die Meisterin ruhig dagesessen, ohne ein Wort zu sprechen oder sich nur zu rühren. Jetzt mit einem Male kömmt ihr Grimm zum Ausbruch, wie ein zermalmendes Gewitter, das schon eine Zeitlang drohend am Himmel gestanden. Sie stößt ihren Mann mit Riesenkraft zurück und stürzt sich wüthend auf die eigene Mutter, wie ein wildes Thier, um sie zu mißhandeln, weil sie es gewagt, gegen ihr ausdrückliches Verbot vor ihr zu erscheinen. Sie schlägt sie mit Fäusten und wirft sie endlich zur Stubenthür hinaus.

Da lag sie auf der Hausflur, das Gesicht zur Erde gewendet; sie regte sich nicht mehr, und vergebens war die Aufforderung der Tochter, aufzustehen. Der unnatürliche Zorn der Letztern ist plötzlich verraucht bei diesem jammervollen Anblick; ihr ist, als werde ihr in diesem Augenblick eine Decke vor den Augen weggezogen, als werde sie jetzt erst inne, gegen wen ihr blinder Jähzorn gewüthet.

»Mutter!« rief sie, entsetzt über ihr Beginnen - »Vergieb mir! komm an das Herz deiner sündigen, reuigen Tochter. Bei Gott und allen Heiligen, wenn die zarteste Sorgfalt, die liebevollste Pflege im Stande ist, das Andenken an den greuelvollen Frevel aus deinem Gedächtniß zu vertilgen, so sollst du ihn vergessen.« Von tiefstem Mitleid ergriffen, beugte sie sich über die Unglückliche, um sie aufzurichten; nie wollte sie sich wieder von ihr trennen und ihr nie wieder Anlaß zur Klage geben. Aber diese Sinnesänderung kam zu spät und mit Schrecken bemerkte sie, daß sie ihre Liebkosungen an eine Leiche verschwendete. Dem irdischen Richter entging die Meisterin; denn es stellte sich heraus, daß die Alte nicht sowohl in Folge der Mißhandlung, als vielmehr vor Angst und Schrecken gestorben sei. Es wohnt aber ein Richter über den Wolken, der sich im Lohnen und Strafen durch keine irdischen Rücksichten und Spitzfindigkeiten bestimmen läßt. Die Meisterin starb bald darauf eines jähen Todes, und mit Grauen bemerkte der Todtengräber einige Tage nach der Beerdigung, daß die Begrabene ihre Hände, womit sie ihre Mutter gemißhandelt hatte, zum Grabe herausstrecke, wie dies Wunder noch heut zu Tage, in Stein verewigt, im Domsumgange zu sehen ist.

Quelle: Friedrich Wagenfeld, Bremen's Volkssagen, Bremen 1845, Erster Band, Nr. 2
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