Mehr Kinder braucht das Land

Hier wird unsere Idee der einmaligen Vermögensabgabe und der zweckgebundenen Erbschaftssteuer erörtert. (2. Lastenausgleichsgesetz)

Mehr Kinder braucht das Land

Beitragvon Livia » Do 3. Mai 2018, 22:28

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Gendarmen witterten Sittenzerfall: «Nu couché (sur la côté gauche)» von Grossmeister Modigliani. Bild: Photoshot (Keystone)

Viktor Orbán will die ungarische Geburtenrate bis 2030 von gegenwärtig 1,5 auf 2,1 Kinder pro Frau steigern. Dafür investiert Ungarn mehr Geld als jedes andere Land in der EU. Verantwortlich für den angestrebten ­Kindersegen ist Katalin Novák, der eine grosse Zukunft vorausgesagt wird.
02.05.2018
Von Boris Kálnoky
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In der EU ist viel versucht worden, um das Problem schwacher Geburtenraten zu lösen. Tatsächlich gibt es Fortschritte: In Deutschland etwa ist die Geburtenrate von 1,39 im Jahr 2010 auf gegenwärtig 1,59 Kinder pro Frau gestiegen; bei Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit beträgt die ­Rate allerdings nur 1,46. In Ungarn stieg die Rate im selben Zeitraum von 1,25 auf 1,5 Kinder pro Frau. Es waren zwar Jahre, in denen Orbán regierte. Inwiefern aber seine schon immer dezidiert familienfreundliche Politik zum Anstieg beitrug und wie viel davon auf einen breiteren europäischen Trend zurückgeht, das ist nicht klar auszumachen.

Orbán verkündete dennoch eine gewagte Zielvorgabe: Bis 2030 soll Ungarns Geburten­rate weiter auf 2,1 Kinder pro Frau steigen. Dies ist das Niveau, das erforderlich wäre, damit die Bevölkerung – ohne Einwanderung – nicht weiter schrumpft. Um diesen Wert zu erreichen, müsste der Anstieg der Geburtenrate nicht nur in den nächsten zwölf Jahren anhalten, sondern sich deutlich beschleunigen.

Damit das gelingt, muss Ungarn in vielen Bereichen Nachholarbeit leisten. Teilzeit­arbeitsplätze beispielsweise helfen jungen Müttern; in Ungarn gibt es davon aber verhältnismässig weniger als anderswo in der EU. Es hat anteilsmässig auch weniger Kita-Plätze für Kinder im Alter von zwei und drei Jahren. (Ab vier Jahren ist Kindergarten Pflicht.) Und es gibt auch weniger arbeitende Mütter kleiner Kinder. Entsprechend gibt es weniger Einkommen in den Familien, was wiederum die Bereitschaft senkt, nach dem ersten noch ein zweites oder drittes Kind zu planen.

Der Schlüssel zur erhöhten Geburtenrate soll nun eine innovative Herangehensweise sein – und vor allem viel Geld. Ungarn will in den nächsten Jahren einen höheren Anteil des Bruttoinlandprodukts (BIP) zur Stärkung der Familien ausgeben als jedes andere EU-Land. Schon jetzt steht das Land mit 3,5 Prozent des BIP für Familienförderung europaweit an der Spitze.

Mit diesem Geld wird unter anderem das «Csok»-Programm finanziert, das für Famil­ien mit Kindern Geldgeschenke von umgerechnet 33 000 Euro vorsieht, wenn sie davon eine Wohnung kaufen. Weitere 33 000 Euro gibt es als zinslosen Kredit dazu.

(...)


https://www.weltwoche.ch/ausgaben/2018- ... -2018.html
Viele Leute würden bereitwillig zugeben, dass sie sich langweilen; aber kaum einer würde zugeben, dass er langweilig ist.

Erich Fromm
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Re: Mehr Kinder braucht das Land

Beitragvon AlexRE » Fr 4. Mai 2018, 07:27

Sowohl Frauen als auch Männer wünschen sich mehr Kinder, als sie tatsächlich haben. Das bedeutet, dass eine Verbesserung der Lebensumstände Räume für eine kinderfreundlichere Gesellschaft öffnen könnte.


Das ist überall in Europa so, in Deutschland wurde das auch längst nachgewiesen. Zinslose Kredite usw. sind sicherlich ein nützliches Mittel, um die Armutsfalle für junge Eltern etwas abzubauen. Das reicht aber bei weitem nicht, insbesondere nicht hinsichtlich der gut ausgebildeten jungen Frauen. Da muss der Staat künftig die Arbeitgeber stärker in die Pflicht nehmen und deutlich machen, dass in dieser Fragen die Lobbyisten Sendepause haben.
Der Stuttgarter OB Rommel:

Ich trete überall, wo das notwendig ist, der Meinung entgegen, der Umstand, dass die Diktatur zu allem fähig war, berechtige dazu, die Demokratie zu allem unfähig zu machen.
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Re: Mehr Kinder braucht das Land

Beitragvon icke » Mi 9. Mai 2018, 10:39

Es gibt theoretisch drei Möglichkeiten, einer niedrigen Geburtenrate im eigenen Land entgegenzuwirken:

1. Man setzt ausschließlich auf eine aktive Familienpolitik, um die Geburtenrate zu erhöhen.
2. Man setzt auf einen Mix aus aktiver Familienpolitik und qualifizierter Zuwanderung.
3. Man setzt ausschließlich auf Zuwanderung.

Die Bundesregierung hat sich für Möglichkeit Nr. 3 entschieden. Allerdings setzt sie auf offene Grenzen und eine unkontrollierte Masseneinwanderung von ungebildeten und religiös-fanatischen Wirtschaftsflüchlingen vorwiegend aus dem islamischen Kulturkreis anstatt die Landesgrenzen zu sichern, ein Einwanderungsgesetz zu verabschieden und Menschen nach ihrer Qualifikation und dem Bedarf für unsere Gesellschaft auszusuchen. So wird von Deutschland natürlich in einigen Jahrzehnten nicht mehr viel übrig bleiben. Von Ungarn hingegen schon.
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Re: Mehr Kinder braucht das Land

Beitragvon maxikatze » Mi 9. Mai 2018, 13:21

Mehr Kinder braucht das Land!
Mehr Kinder braucht das Land? Warum?
Selbst wenn die Bevölkerung "überaltert" ist - eines Tages sterben die jetzigen Alten weg. Übrig bleiben die jüngeren, die dann inzwischen auch älter geworden aber auch nicht so zahlreich sind.
Wir müssen kein 82-Millionen-Volk sein, um unsere Volkswirtschaft am Laufen zu halten. Davon sind jetzt schon zu viele arbeitslos.
Die Volkswirtschaft und den Sozialstaat halten wir nur am Laufen, wenn Politiker kein Heer von Sozialhilfeempfängern ins Land lässt.
Zuwanderung von Personen mit eindeutigen Anpassungsschwierigkeiten und rückwärtsgewandten Vorstellungen sind kein Gewinn, sondern unterm Strich gesehen, ein Minusgeschäft. Das wird auch nicht durch die Verjüngung der Gesellschaft wieder wettgemacht. Im Gegenteil, es wird alles nur noch verschlimmbessert.
Ich sehe da echt schwarz für die Zukunft.
Frauen schulden keiner einzigen Religion Dank für auch nur einen Impuls der Freiheit.
Susan Brownell Anthony,
amerikanische Frauenrechtlerin 1820-1906




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Re: Mehr Kinder braucht das Land

Beitragvon icke » Mi 9. Mai 2018, 14:42

Die Volkswirtschaft und den Sozialstaat halten wir nur am Laufen, wenn Politiker kein Heer von Sozialhilfeempfängern ins Land lässt.

Seine Fehler korrigiert der Staat mit der weiteren Einstellung von Sozialarbeitern, die einfach nur die Fehler in der Integrations-, Islam- und Einwanderungspolitik korrigieren sollen, aber oft wirkungslos sind. Hier entstehen zusätzliche Aufgaben und die eingestellten Sozialarbeiter fehlen dann an anderen Stellen wie in der Altenpflege. Ein Beispiel aus der Gegenwart: jetzt sollen sogar Gefährder durch den Familiennachzug nach Deutschland dürfen. Das wird weitere Sicherheitskräfte und Sozialarbeiter binden.
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Re: Mehr Kinder braucht das Land

Beitragvon AlexRE » Mi 9. Mai 2018, 14:47

maxikatze hat geschrieben:Ich sehe da echt schwarz für die Zukunft.


Ich auch - wenn die Folgen der heutigen Fehler so offenkundig sein werden, dass sie absolut nicht mehr beschönigt oder verschleiert werden können, sehe ich sogar schwarz für die Zukunft der Demokratie. Ein System, das ihnen eine ökonomische Katastrophe und einen blutigen Bürgerkrieg eingebrockt hat, werden möglicherweise die meisten Menschen in der Zukunft ablehnen.
Der Stuttgarter OB Rommel:

Ich trete überall, wo das notwendig ist, der Meinung entgegen, der Umstand, dass die Diktatur zu allem fähig war, berechtige dazu, die Demokratie zu allem unfähig zu machen.
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Re: Mehr Kinder braucht das Land

Beitragvon Staber » Mi 9. Mai 2018, 18:31

Wer braucht nicht alles viele Kinder? :roll: Kirche, Krieg und Kapital mit dem Staat vereinigt allemal!Vielleicht liegt die niedrige Geburtenrate auch daran, das Männer sich 2 x überlegen Kinder in die Welt zu setzen wenn sie (falls Frau dann den Abgang macht) nur noch als Zahlvater "existieren" und keinerlei Lebensqualität mehr haben dürfen... Ich kann es gut verstehen.Es gibt ungefähr 7 Milliarden Menschen auf der Welt. Das ist reichlich! Gut wäre wenn die Geburtenrate nicht nur in Deutschland niedrig bleibt.Den “ inkontinenten Greisen “ ist das Recht genommen worden, das sie zeitlebens für das Land hatten, nämlich für die Verteidigung ihres “ Vaterlandes “ bzw. das ihrer Multi – Millionäre und -Milliardäre und der Gewinne des internationalen Rüstungskapitals zu sterben. Mit Hilfe der Justiz auch zwangsweise. Nun mit gleichem Recht auch für sich sterben zu dürfen. Durch schmerzfreie Suizid – Mittel. Selbstbestimmt, würdevoll. Statt die “ liebevolle menschlichen Fürsorge, Windel wechselnd “ für Staat und Steuern in Anspruch nehmen zu müssen. Auch diese stets unter Aufsicht und Kontrolle von Justiz und Kriminalpolizei. Allein schon deshalb stehen Kinder für Kirche, Krieg und Kapital nicht zur Wahl!
Geizige Menschen sind unangenehme Zeitgenossen - aber angenehme Vorfahren!

Gruß Staber
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Re: Mehr Kinder braucht das Land

Beitragvon AlexRE » Mi 9. Mai 2018, 18:50

Vielleicht liegt die niedrige Geburtenrate auch daran, das Männer sich 2 x überlegen Kinder in die Welt zu setzen wenn sie (falls Frau dann den Abgang macht) nur noch als Zahlvater "existieren" und keinerlei Lebensqualität mehr haben dürfen...


Das wurde auch schon wissenschaftlich untersucht und das Ergebnis war, dass die erbärmliche Situation von reinen Zahlvätern tatsächlich eine wichtige Mitursache für die Kinderlosigkeit der Deutschen ist. Solange die Beziehung noch besteht, können die potentiellen Zahlväter durchaus Einfluss auf die Entscheidung der potentiellen Mutter nehmen, ob sie verhüten (oder abtreiben) will oder nicht. Während des Bestehens der Beziehung legen die meisten Frauen nämlich noch Wert auf das Fortbestehen und lassen sich von den Partnern beeinflussen.
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